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Kurkapelle bestätigt ihr hohes Niveau

Wer geglaubt hatte, dass das Niveau des Musikvereins Kurkapelle Schonach durch den Wechsel zu einem jungen Dirigenten leiden würde, der bis dato nur den Nachwuchs dirigiert hatte, sah sich beim Gemeinschaftskonzert im Haus des Gastes eines Besseren belehrt.

Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-BoteMarkus Kammerer hatte seine Musiker jederzeit im Griff und zeigte sich sichtlich gereift und forderte die Musiker mit deutlicher Gestik. Auch die Musikauswahl ließ keine Wünsche offen.

"Lassen Sie sich begeistern und schwelgen Sie mit uns in wunderbaren Melodien", forderten die Musiker ihr Publikum auf. Dies galt durchaus auch für den musikalischen Nachwuchs, den der junge Dirigent an seinen Nachfolger Simon Wiesenbach abgegeben hat. Als elementaren Bestandteil der Kurkapelle bezeichnete Klaus Dieterle, Vorsitzender des Schonacher Musikvereins, die Arbeit mit den jungen Musikern.

Sina Luik und Saskia Weber moderierten die einzelnen Stücke an und bewiesen, dass sie sich intensiv mit der Sache beschäftigt hatten. Und dass sich auch ihre jungen Musikerkollegen ernsthaft mit Musik beschäftigen, bewies die Tatsache, dass vier ganz junge Talente das Junior-Abzeichen und gleich sechs bereits das Leistungsabzeichen in Bronze erhielten. Nach drei sehr ambitioniert vorgetragenen recht modernen Film- und Musical-Arrangements schlossen die jungen Musikanten mit Taio Cruz’ Titel "Dynamite" ihren leidenschaftlichen Auftritt ab und erhielten verdient Applaus.

Gäste punkten mit einem stilvollen Auftritt

Einen höchst stilvollen Auftritt hatten die Gäste aus Elzach. Stadtmusikdirektor Siegfried Rappenecker konnte durchaus auch sehr energisch eingreifen, wenn seine Musiker zu laut wurden. Die Musikauswahl sei eine Auswahl aus dem Jahreskonzert, das die Stadtmusik vor wenigen Wochen gegeben hatte, wie Dieterle bei der Begrüßung der Musiker aus dem Nachbarkreis betonte. Dabei reichte ihr Spektrum von "Procession of Nobles" von Nicolai Rimsky-Korsakov bis hin zu "Soul Bossa Nova" von Quincy Jones. Mal einschmeichelnd, mal fulminant treibend sorgte die Kapelle in großer Besetzung für viel Begeisterung und entführten das voll besetzte Haus des Gastes in vieler Herren Länder, immer gut vorbereitet durch Moderator Claus Landwehr.

Mit sehr viel Vorschussapplaus bedacht, bewies der wohl jüngste Dirigent in der Geschichte der Kurkapelle Schonach eindrücklich, dass er dieser Arbeit sehr wohl gewachsen ist. Mit dem "Singapore Flyer" setzte die Kurkapelle den ersten musikalischen Akzent, um dann durch die Geschichte nach Pompeji zu reisen. Nach den hochkarätigen Ehrungen wurde der Ehrenmarsch "Unter dem Doppeladler" intoniert.

Hannah Kimmig und Claudia Kienzler brachten das Auditorium zu jedem Stück auf den neuesten Informationsstand. Sie zeigten zum Stück "Omens of Love" auch ein Stück von sich selbst und sprachen über die Attribute, die sie selbst als "Omens of Love" sehen. Nach der Titelmelodie aus "Beauty and the Beast" und dem "Kaiser Friedrich- Marsch" hätte eigentlich Schluss sein sollen, doch mit energischem Beifall erwirkte das Publikum noch eine Zugabe.

Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-BoteDer Verbandspräsident des Schwarzwald-Baar-Kreises Heinrich Glunz ehrte danach Gerhard Berberich mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände, eine der wohl höchsten Ehrungen, die ein Musiker erreichen kann. Vom Bund deutscher Blasmusikverbände erhielt Urban Kammerer die Große Goldene Ehrennadel, die Ehrenmitgliedschaft des Blasmusikverbands verbunden mit der Verbandsehrennadel in Gold sowie auch die goldene Ehrenmünze der Gemeinde Schonach für dessen 50-jähriges Engagement.

40 Jahre hat der langjährige Vorsitzende des Schonacher Musikvereins, Joachim Müller, hinter sich, doch für Glunz ist er zugleich "Aufpasser und Ideengeber" im Verband, wo er ebenfalls schon viele Jahre tätig ist. Er wurde mit der Goldenen Ehrennadel des Blasmusikverbands ausgezeichnet.